KG Rot-Weiß "Die Stecher" e.V. Rülzheim

Die Entwicklung des Vereins

Die Gründungsgeschichte ist in einem Protokoll vom 30.03.1956 festgehalten. Diese aufgrund von Versäumnissen nachträglich vom 1. Vorsitzenden Hans Kaufmann und dem Schriftführer Willi Kuhn verfasste Chronik billigte der Ausschuss einstimmig, was das Protokoll vom 19.04.1956 dokumentiert.

Nachfolgend ein Auszug aus der Niederschrift vom März 1956:
„Um nach 20-jähriger karnevalistischer Pause, in Rülzheim endlich einmal in dieser Beziehung wieder etwas zu bieten, hatte der Radsportverein e.V. Rülzheim in der Saison 1954/55 und zwar am 30.1.1955 den Entschluß gefaßt, in Verbindung mit dem Karnevalverein „Schlotte“ Schifferstadt, eine Prunksitzung zu arrangieren. Diese Veranstaltung wurde nach Ablehnung des Jugendheimes durch die zuständigen Stellen im Hotel Victoria abgehalten. Als Prinzessin fungierte Maria Seelinger. Vortragende waren Kaufmann Hans, Boltz Hans, Kupper Willi, Wolff Josef.
Nachdem dieser karnevalistische Höhepunkt sehr großen Anklang und sehr großes Interesse bei der Rülzheimer Bevölkerung hervorgerufen hatte, wurde im November 1955 wiederum eine solche geplant. Die Initiatoren Kaufmann Hans und Kuhn Willi versuchten nach dem vorhergegangenen Erfolg wiederum über den Radsportverein eine karnevalistische Saison aufzuziehen. Nach Rücksprache mit den Vorstandsmitgliedern des R.S.V. erklärte sich dieser auch dazu bereit. In einer weiteren Sitzung des oben genannten Vereins wurde dann die Ernennung des Elferrates und der einzelnen untergeordneten Funktionen vorgenommen.
Der Elferrat wurde wie folgt zusammengestellt: Sitzungspräsident Kupper Willi, Vizepräsident Böhm Rudi, Minister Niebergall Richard, Wolff August, Dreyer Ludwig, Johann Hermann, Johann Oskar, Wagner Edgar, Reis Eduard, Reichling Max, Brust Otto.
Zum vorläufigen Vorstand und gleichzeitig Vergnügungsausschußvorsitzenden wurde Kaufmann Hans bestellt.
Weiter gehörten dem Vergnügungsausschuß an: Kuhn Willi, Dollt Max, Wolff Josef, Gast Eduard. Zum Prinzen Karneval wurde ernannt: Wolff Josef.
In die Prinzengarde wurden aufgenommen: Völkel Hildegard, Völkel Riga, Bahlinger Helga, Stein Gitta, Klaus Magret, Hitschler Magret, Baumann Luzie, Völkel Martha, Kuntz Anita, Hirsch Maria, Müller Roswita.“

Leider war es dann wegen Missverständnissen nicht möglich, die Veranstaltung so wie geplant durchzuführen, so dass die Karnevalsabteilung die Initiative ergriff und einen eigenen Verein, die „Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Rülzheim“ gründete. Wie aus dem Protokoll vom 19.04.1956 weiter hervorgeht, wählte man als vorläufigen 1. Vorsitzenden Hans Kaufmann, als 2. Vorsitzenden Oskar Johann. Das Amt des Schriftführers übernahm Willi Kupper I. und Rudi Böhm, der Bäckermeister aus der Zeppelinstraße, kümmerte sich um die Finanzen.

1965 Elferrat vor dem Narrenexpress
1965 - Elferrat vor dem Narrenexpress

Im ersten Jahr konnte er einen Kassenbestand von 236,49 DM verbuchen, der sich im folgenden Jahr auf 650 DM erhöhte. In den kommenden Jahren entwickelte
sich der Kassenbestand weiter positiv. So konnte der Kassier August Wolff im Jahre 1961 einen Kassenbestand von 1100 DM verkünden. Der Verein hatte nun 155 Mitglieder, davon wirkten rund 40 aktiv mit.
Die Anfangsjahre waren von ständigen Vorstandswechseln geprägt. Hans Kaufmann, Richard Niebergall, Edelbert Deutsch, Bernhard Hellmann, Hans Kaufmann und wieder Bernhard Hellmann, so lauten die Unterschriften der Vorstände unter den Protokollen der Ausschusssitzungen. Erst mit der Wahl von Oskar Büchle im Jahre 1966 sollte für die nächsten Jahre eine Beruhigung an der Führungsspitze eintreten. Neun Jahre prägte er das Gesicht der KGR, unter Mithilfe seiner gesamten Familie. Phillip Reiß, Norbert Brust, Josef Wolff, Karl Heinz Pfeifer und Alois Fichtenkamm ergänzten die Mannschaft um Oskar Büchle.

1967 - Elferrat mit den neuen Uniformen
1967 - Elferrat mit den neuen Uniformen

Im Jahre 1973 forderte das Registergericht des Amtsgerichts Landau eine umfassende Neufassung der Satzung. Der 1. Vorsitzende erarbeitete mit dem Landauer Rechtsanwalt Reinhard eine neue Satzung, deren Grundzüge mit einem vierköpfigen Vorstand, einem Beirat aus 15 Personen und einem Ehrenrat sowie einer Wahlperiode von 3 Jahren lange Zeit Bestand hatte. Im Jahre 1977 ergänzten die Karnevalisten den Vereinsnamen mit dem Zusatz „Die Stecher“. Erst im Jahre 1990 wurde die Satzung wegen der Gemeinnützigkeit neugestaltet, sie behielt aber weiterhin die Organisationsstruktur bei. Es dauerte bis zum Jahre 2012, um eine strukturelle Organisationsänderung in einer neuen Satzung zu verankern. Die Vorstandschaft besteht seither aus dem 1. Vorsitzenden, dem 2. Vorsitzenden, dem 1. Rechnungsführer, dem 2. Rechnungsführer, dem Schriftführer, dem Protokollführer sowie einem erweiterten Vorstand aus zehn Personen, die alle gleiches Stimmrecht besitzen und auf zwei Jahre gewählt werden. Im Jahre 2019 ergänzte man die Struktur noch durch einen weiteren 2. Vorsitzenden, um die nicht unerhebliche Arbeitsbelastung bei der Führung des Vereins auf mehrere Schultern verteilen zu können.

Im Jahre 1975 übernahm Karl Heinz Pfeifer für die nächsten zehn Jahre die Leitung der Karnevalisten. Ein Vollblutfastnachter, der mit seinen Büttenreden und Gesangsauftritten maßgeblich zum Erfolg der Prunksitzungen beitrug. Mit ihm tauchten weitere Namen in den Protokollen der damaligen Zeit auf, wie Eduard Herrmann als neuer Schriftführer oder Peter Bißon, Norbert Kerner, Helmut Niebergall, Günther Franck, Rudi Weber, Norbert Jochim oder Heinz Bräunig, die in den nächsten Jahren den Beirat verstärkten. Die Mitgliederzahl war in der Zwischenzeit auf 220 Personen angewachsen, wobei rund 100 Mitglieder den Verein aktiv unterstützten. Auch wenn die Vereinsleitung für lange Jahre aus den gleichen Personen bestand, so wechselte die Zusammensetzung des Beirates häufig. Oft waren es ehemalige Prinzen, die nach ihrem Regentschaftsjahr in den Reihen der KGR-Aktiven blieben.

Bei den Neuwahlen 1982 kam es zu einem historischen Ereignis, durchbrachen doch erstmalig einige aktive Frauen die Domäne der Männer-Herrschaft im Beirat der KGR. Gardetrainerin Karin Milli-Franck und Ursula Wolff waren die ersten weiblichen Beiratsmitglieder, zu denen sich später Petra Kerner, Edith Dreyer und Hildegard Mendel gesellten. Heute ist fast schon eine fünfzigprozentige Frauenquote in der Vorstandschaft der KGR erreicht.

Bei den Wahlen im Jahre 1985 gab es einen harten Einschnitt, denn der komplette Vorstand kandidierte nicht mehr. Edi Harder übernahm das Amt des 1. Vorsitzenden, zusammen mit Dietmar Steiner als seinem Stellvertreter. Gerhard Wüst als Schatzmeister und Manfred Wolff als Schriftführer ergänzten das neue Gremium an der Vereinsspitze. Wie sich über die Jahre herausstellen sollte, eine langfristige Konstellation. Nur der 2. Vorsitzende wechselte in den nächsten 25 Jahren von Dietmar Steiner zu Norbert Weber, Manfred Leingang und 1996 zu Ursula Wolff, die erst 2008 das Amt an Thomas Ehses übergab.

1987 "Dampfnudelschweitzer" mit Elferrat
"Dampfnudelschweitzer" mit Elferrat

Edi Harder blieb 27 Jahre der erste Vorsitzende und leistete in seiner Amtszeit Beachtliches. In seine Amtszeit fiel der Bau zweier Vereinsheime und der Stecherhütte. Darüber hinaus setzte er zahlreiche karnevalistische Impulse, ob als Büttenredner, Sänger, Texter, Tänzer im Männerballett oder als Sitzungspräsident.
Immer wieder erschienen neue Namen in den Protokollen der KGR, die zum Teil über viele Jahre aktiv in der Vorstandschaft mitwirkten, wie Jürgen Rund, Ralf Diehl, Klaus Tüllmann, Günter Seither, Bernd Kupper, Claus Kupper, Herbert Brugger, Gabi Bulliger, Alwin Fischer, Dieter Kupper, Klaus Pahle, Stefan Schlindwein oder Dieter Bouché.

Im Jahre 2000 konnte die KGR mit 340 weiblichen Mitgliedern und 325 männlichen Mitgliedern erstmalig eine Mehrheit von weiblichen Mitgliedern in ihren Reihen begrüßen. Dieser Trend hat sich bis heute fortgesetzt.
Im Jahre 2012 übernahm Yvonne Tüllmann als erste Frau das Amt der 1. Vorsitzenden und Stefan Schöneich das des Schriftführers. Als Bernd Fischer 2014 nach vier Jahren vom Amt des 2. Vorsitzenden durch Anna-Maria Müller-Bartl abgelöst wurde, hatte die KGR für eine Wahlperiode eine weibliche Doppelspitze. Im gleichen Jahr löste Michael Gadinger den langjährigen Rechnungsführer Gerhard Wüst ab. Auf Yvonne Tüllmann folgte Martin Olfens als 1. Vorsitzender und Jürgen Rund übernahm den Posten des 2. Vorsitzenden. Seit dem Tod von Stefan Schöneich übernahm Ralf Diehl das Amt des Schriftführers.

(Auszug aus dem Festbuch zum 6x11 jährigen Jubiläum)

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