1955 das Gründungsjahr der Karnevalsgesellschaft. In der Rheinischen Übergangshauptstadt Bonn war man vollends mit dem Wirtschaftswunder beschäftigt. Die Soziale Marktwirtschaft wurde von Ludwig Ehrhardt als Wirtschaftsminister mit vollem Dampf vorangetrieben. In den USA begann der Rock ’n’ Roll seine unaufhaltsame Siegesserie. Der Film Sissi wurde in München vorgestellt,.... kennt wohl jeder.

In Rülzheim wurde in dieser Zeit, unter Bürgermeister Seither das Kinderheim im Stift eingeweiht. Die KGR steckt noch in den Kinderschuhen, konnte mehr krabbeln als  laufen. Die Vorstandschaft wechselte häufig, das gesellschaftliche Ansehen war mehr als mies. Es galt als unschicklich bis verwerflich, dass Mädchen hier in der Garde tanzten. Die Tänzerinnen trugen lange Hosen um sich und ihren Ruf zu schützen.

1966 feierte man trotz aller Widersacher ausgelassen mit Umzug das 1 mal 11 jährige Jubiläum der KGR. Prinz war Willi Kupper der Baulöwe, Sitzungspräsident Willi Kupper der Große. Die Narren hatten inzwischen in die Turnhalle der Grundschule ihr Domizil verlegt. Die Veranstaltungen fanden anfangs mit Auflagen wie Rauchverbot und Prohibition, also Alkoholverbot in Rülzheim, statt.


Die Zeitepoche unserer zweiten elf Jahre von 67 bis 77 war politisch vom kalten Krieg bestimmt. Die Teilung Deutschlands war perfekt. In Amerika löste der Vietnamkrieg und der Bürgerrechtler Martin Luther King Entrüstungen bei der Bevölkerung aus. Rheinland Pfalz wurde von Helmuth Kohl regiert.

Kulturell wurden wir in Deutschland von Heintje und Heino verwöhnt, während international die Protestbewegung gegen Vietnam die „Kinder der Liebe“ hervorbrachte. „Make Love not War“ waren die Schlagworte und Songs wie „San Franzisko“ wurden weltbekannt. Die Stones und die Beatles entzweiten die Fans in zwei Lager. Woodstock wurde das Musikereignis der Popszene.

Ab 1973 gab es in Rülzheim eine Hauptschule und fortan mussten die Gemeinden Hördt, Kuhardt und Leimersheim nach Rülzheim in die Hauptschule.

1970 nahm die KGR erstmals an einem Heimatfest teil. Im Anwesen der Bäckerei Brandl stellte sich die KGR als ein wichtiger Verein dar. Der Umzug in die Dampfnudel fand statt. 2 Sitzungen in diesem Riesenbau zu füllen erwies sich als mehr als schwierig. Die neue Technik forderte etliches an Aufwand und viele Stunden Arbeit der Techniker war damit verbunden. Der Rundbau „Dampfnudel“ hatte jedoch einen gewissen Flair und füllte sich in der Fasenachtszeit immer wieder. Langsam ging es der KGR besser und man konnte das erwirtschaftete Geld in das Programm stecken.


1977 fand wieder ein Jubiläum statt, 2 mal 11 Jahre und man gab sich den Zusatz „Die Stecher“. Oskar Büchle war neun Jahre lang 1. Vorsitzender der KGR.

1978 bis 1988
Helmut Schmitt regierte die Deutschen und Dietrich Genscher legte mehr Flugkilometer als Außenminister zurück wie mancher Flugkapitän. In Rom wurde ein Heiliger Vater gewählt, der genau 33 Tage sein Pontifikat ausübte bevor er überraschend starb. Ihm folgte erstmals ein Pole als Papst. In Deutschland lösten Boris Becker und Steffi Graf einen nie gekannten Tennis-Boom aus.

In Rülzheim hatte man in der Ära Braun allerhand an Neuheiten angeschafft: nach dem Schwimmbad, der Dampfnudel, dem Rathaus, das Vereinsdorf und das Fasenachtsküchle. In der KGR zeigte sich das Engagement der Vorderen im Verband. Charlie Pfeifer holte als Vorsitzender die Vorderpfälzer Fasenacht erstmals nach Rülzheim. Und nach einigen Jahren schwacher Veranstaltungen der Vorderpfälzer Fasenacht, wurde diese erst wieder in Rülzheim ein toller Erfolg. Weshalb 1988 und 1999 noch weitere Vorderpfälzer Sitzungen in Rülzheim stattfanden.


1985 wurde die vierer Vorstandsriege komplett ausgetauscht. Neu ins Amt kamen Edi Harder, Gerhard Wüst und Manfred Wolff. Im selben Jahr konnte Kurt Kupper als Sitzungspräsident verpflichtet werden. 
1986 wurde ein lang gehegter Wunsch umgesetzt und die „Ranch“ als Vereinsheim umgebaut. Endlich hatte man Platz alles zu lagern und unabhängig Trainingsstunden zu halten. Auch konnte die Gesangsgruppe um Michael Weigel endlos späte Singstunden abhalten.
1988 war wieder ein Jubiläumsjahr, das mit einem großen Zeltfest gefeiert wurde. Inzwischen war die KGR wirklich wer in der Vereinswelt und der Verein wuchs unaufhörlich weiter.

Das Zenit der Ära Kohl begann mit dem Öffnen der Grenze und der Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Dem war Glasnost und die Perestroika Politik von Michail Gorbatschow vorausgegangen..... Berlin wurde wieder Hauptstadt. Clinton geht in die Geschichte als der Präsident  ein, der mehr durch seine Affären als seine Politik bekannt wurde. Wer kennt nicht Monica Lewinsky? Der FCK schenkte uns gleich vier Titel, zweimal Meister, einmal Pokalsieger einmal Absteiger....

Aber auch die KGR hatte endlich das Glück des Tüchtigen. Jahrelange Aufbauarbeit wurde reichlich belohnt. Gleich 5 deutsche Meistertitel konnten die Tänzerinnen für die Stecher holen. Zweimal die Stecher Garde und dreimal das Tanzmariechen Simone Ortega.
Etliche weitere Titel und Erfolge konnten noch gefeiert werden.
Aber einmal fiel auch Fasenacht aus. Wegen Saddam, Bush und dem Golfkrieg war man in Deutschland der Meinung, dass man da keine Fasenacht feiern sollte.
Durch einen hausgemachten Knatsch kam es in der KGR zu einem Umbruch, die Tanzgarden verließen fast komplett die Gesellschaft. Aufbruchstimmung machte sich breit und wie Phoenix aus der Asche, wandelte sich die KGR zu einem modernen und sehr engagierten Verein, der unaufhörlich Zuwachs bekam. Nach nur 2 bis 3 Jahren, waren alle Garden neu formiert und die Nachwuchsarbeit stand als Breitensport auf gesunden Beinen.
Während Rülzheim von Braun auf Schwindhammer umgerüstet wurde, konnten die Stecher durch diesen Wechsel einen Ehrensenator in „Karl dem Großen“ finden, der sich als Gönner der Narren erwies.

1996 begann die Epoche der letzten Neuzeit. Die Krönungsbälle waren längst „out of time“ und erstmals wurde auf einer Faschings Gala das neue Prinzpaar vorgestellt. Unter dem Motto „Karneval in Südamerika“ präsentierte die KGR Thomas und Doris Kupper als Prinzenpaar. Ein völlig überraschender Erfolg, der aber auch viel Arbeit und Investition gekostet hatte. Die Südpfälzer Kinder- und Jugendprunksitzung fand erstmals in der Dampfnudel statt. Auch ein toller Erfolg.

1997 auch die 2. Gala war ein großer Erfolg. Die Karnevalistische Reise ging in die Zukunft, dargestellt von Prinzenpaar Ute und Klaus Pahle. Die KGR nahm am Sommerfest teil und stellte wieder einmal ein Riesengefolge beim jährlichen Kerweumzug.

1998 gab Varieté, Cabaret und Musicals das Thema vor. Axel und Doris Groß präsentierten dies gekonnt. Sehr sparsam gekleidete Brasil-Girls ließen die Stimmung in der Dampfnudel kochen. Der Förderverein den KGR wurde gegründet und die KGR wurde im Internet platziert. Es entstand der Plan, an der Steuben Parade teilzunehmen. Bei dem es allerdings blieb.

Im Jahr 1999 bestand die KGR seit 4 mal 11 Jahren. Zu viele Ereignisse waren zu bewältigen. Nicole und Christian Moos waren die Regenten, im historischen Ritterkostüm. Die Vorderpfälzer Fasenacht war zum 3. Mal in Rülzheim und schließlich gab es ein Sommerfest mit einer Mammutbeteiligung der KGR. Sowohl beim Umzug als auch bei der Bewirtung im Ort zeigten „Die Stecher“ was zu leisten sie in der Lage sind. Inzwischen „gehört“ bei solchen Festen der Deutsch Ordensplatz den Narren. Das Motto „Deutscher Orden“ oder Rittersleute zog sich wie ein roter Faden durch das ganze Jahr.

Erst im Jahr 2000 kamen die Narren dazu ihre 4 mal 11 Jahre zu feiern. Sitzungspräsident Kurt Kupper stellte in seinen Rateversen Conny und Stefan Schlindwein als Prinzenpaar vor. Das Millennium Prinzenpaar konnte ein Gala erleben, die von den Darbietungen her sehr französisch war. Wiederum waren 4 Prunksitzungen ausverkauft. Die Jubiläumsveranstaltung mit sehr vielen Exprinzenpaaren war ein toller Erfolg. Schlagzeile der Rheinpfalz: Einigen Ex-Prinzen passen nur noch die Socken von einst.

2001 war ganz olympisch. Eros, Gott der Liebe und Aphrodite beherrschten uns, besser bekannt als Dieter und Inge Bouché. Auf der Show-Bühne längst ein Ritual die Reden von Günter Dudenhöffer. Ebenso die Auftritte von der 2. Vorsitzenden, Ursula Wolff. Die glorreichen Sieben, eine Gesangsgruppe der modernen Art wurden zu einem Eckpeiler im Programm. Neben den Garden, die von Nicole Moos, Garde und Andrea Eckel, Schautanz; trainiert werden, bestehen noch die Männer und die Frauentanzgruppe, als echtes Highlight im Programm.
Die KGR ist inzwischen mit ihrer Stecherhütte auch beim Sommerfest beteiligt und man zeigt nicht nur da, sondern auch auf dem Weihnachtsmarkt Flagge .

2002 ist fast ein normales Narrenjahr. Thomas und Sibylle Ehses regieren als Columbus, denn die KGR reist mit Columbus um die Welt. Die Santa Maria wurde nochmals flottgemacht und dabei zeigten unsere Dekorateure, zu welch wichtigem Werkzeug sie inzwischen wurden. Es hat sich inzwischen bewährt, zu jedem Motto ein eigenes Bühnenbild zu gestalten. Sehr aufwendig, aber von der Wirkung her ist dieses auch sehr effizient. Ein Garant der gehobenen Klasse, seit einigen Jahren, die Abschluss-Show der Stechergarde. Ein „Kind“ von Nicole Moos, das immer an das Motto angelehnt ist. Planungen über den Umzug in ein anderes Vereinsheim beginnen. Erstmal wird auch ein Anbau an die Dampfnudel nicht ausgeschlossen.

2003 beginnt mit dem vorerst letzten Neujahrsempfang der Narren. Seit 1988 hat man diesen Brauch gepflegt, jetzt hat er sich überlebt. Bei Brunch am 11. 11. werden künftig die verdienten Mitglieder geehrt. Der Jahresorden hatte wie in jedem Jahr ein Bauwerk aus Rülzheim als Motiv, diesmal das verwaiste Schwesternhaus, aus dem die Narren gern ein Museum machen würden.
Das Motto waren Zeichentrickfiguren, die es um zusetzten galt. Trotzdem war nicht Micky Mouse Prinz, sondern Martin und Bettina Olfens regierten die Narren. Erstmals wird der Kartenverkauf nicht mehr Sonntags zelebriert, sondern findet unter der Woche statt. Sepp und August aus Hördt bereichern das Programm. Das Frauenballett „spinnt“, allerdings nur mit einem gruselig schönen Tanz. Heike Eckel tanzt außer gewöhnliche 20 min bei der Abschlussshow.

2004 Die letzte Saison hatte als Motto „Zirkusluft im Narrenzelt“ Mit Prinz Wolfgang und Prinzessin Gitta (Hartenstein-Sinn) hatten die Narren wieder einmal  vorzügliche Repräsentanten. Die wahnsinnige Anzahl von Kostümen machen eben auch den Erfolg der Sitzungen aus. Karola Trapp zaubert fast alle Kostüme aus ihrer Mache, einfach Grandios. Der Stecher-Zirkus wird zum Erfolg. Weniger erfolgreich die Präsentation an Halloween. Seit einigen Jahren wird dieser amerikanischen Form von Karneval gefrönt, aber leider nicht mit dem nötigen Erfolg.