Traditionsgemäß wurden die Narren am 11.11. wieder aktiv. Der Sommerschlaf ist abgeschüttelt und die Narretei hält wieder Einzug. Startschuss zu diesem allgemeinen Aufleben und Fasenachtsbeginn wurde am vergangenen Samstag im Vereinsheim Narrenburg" gegeben. Das noch amtierende Prinzenpaar Conny die Erste und Stefan der Zweite konnten ein total gefülltes Haus willkommen heißen. Natürlich war es den beiden karnevalistischen Monarchen vorbehalten , das obligatorische Buffet zu eröffnen. Beiratsmitglied Günther Seither hatte sich wieder alle Mühe gegeben, die kulinarischen Herzenswünsche der zahlreichen Gesellschaft zu erfüllen. Wirtschaftsminister Helmut Wolff hatte mit seinem Helferteam dafür gesorgt, dass in schön närrischem Ambiente gefeiert werden konnte. Der 1. Vorsitzende Edi Harder freute sich besonders über zwei Gäste, nämlich Herbert Rund und Josef Wolff. Beide sind Goldene Löwenträger der KGR und Wolff sogar Ehrenmitglied der Gesellschaft und hatte gerade die Ehrennadel am Band von Landrat Nisslmüller in Germersheim erhalten. Diese Auszeichnung des Landes Rheinland Pfalz erfreute umso mehr, als beide ja schon seit Urzeiten bei den Stechern aktiv sind. Ein toller Lohn für einen unermüdlichen Einsatz.
Die diesjährige Saison steht unter dem Motto "Närrische Olymade". Vorboten dieses Mottos konnte man natürlich bei der Eröffnu g der Kampagne erkennen. Viele Dinge, wie das olympische Feuer wurde nachgeahmt. Die olympischen Ringe konnte man überall erkennen. Natürlich waren fast alle Aktiven maskiert, zwar wählte man die Kostümierung der Sportfunktionäre, aber immerhin war damit ein kleiner Schritt Richtung Sidney getan.

Das närrische Programm der erwachten Narren, war wieder einmal mit witzigen Pointen besetzt. Den Auftakt bildeten die 2. Vorsitzende Ursula Wolff und Yvonne Tüllmann. Ein altes Thema, die Stadtgöre gegen das Landei, fand nicht nur die Aufmerksamkeit der begeisterten Zuhörer, sondern auch die Bewunderung für das gewagte outfit der Damen. Die am Schluss der Darbietung gezeigte textile Freizügigkeit konnte gerade noch das Prädikat "jugendfrei" erlangen. Als Lohn für die exzessive Darbietung erhielten beide Champagner der Extra Klasse.

Anita Bahlinger und Mechthild Fischer, beide ebenfalls erfahrene Darstellerinnen konnten von den Qualen einer Wallfahrt berichten. Der Clou der Wallfahrt war, dass die beiden Sünderinnen in selbstkasteiender Weise, die Schuhe füllten mit Erbsen, gerade mal für jede Sünde eine. Das wirklichkeitsgetreue Lamentieren der Anita B. war Oskar reif. Wäre an diesem Abend Steven Spielberg in der Narrenburg gewesen, hätte Anita bestimmt schon am Folgetag Hollywood buchen müssen. Es wäre zwar ein herber Verlust für Rülzheim, doch die künstlerische Performance müsste eigentlich einem Millionen-Publikum zuteil werden.

Der Star der Rülzheimer Narrenbütt, Günther Dudenhöffer, hat in seinem Verein seine treuesten und größten Fans. Ohne jegliche Vorbereitung war er bereit, seine Olympiarede zum Besten zu geben. Zwar hatte Günther diese Rede vor einigen Jahren auf der Rülzheimer Narrenbühne schon einmal gehalten, dennoch gelang es ihm die Zuhörer erneut zu begeistern. Seine stoische Mimik, seine pointierte Ausdrucksform sind einfach unerreicht komisch. Eigentlich hätte man ihm an diesem Abend eine Goldmedaille für besonders gekonnte Karnevalistik umhängen sollen, jedoch auch er erhielt Champagner für seine Leistung.

Nicht zu müde waren zu vorgerückter Stunde noch einmal Yvonne und Mechthild. In ihrem Beitrag "Viel zu Mied" zeigten sie, was sie alles tun könnten, wären sie nicht zu müde. Unmittelbar nach dem Kuchenbuffet, das von den Gästen selbst zusammengestellt wurde, und einem tollen tüllmanesischem Käseplättchen, war dieser Vortrag alles andere als schwer verdaulich.

Helau Tusch Rakete und Ausmarsch!!
Ein Auftakt nach Maß war spät zu Ende und dabei ganz nach dem Geschmack der Aktiven, diese Saison beginnt mit einem guten Omen.