Zum Ende einer jeden närrischen Kampagne kommt der Kehraus. Hatte man sich tags zuvor noch mit dem traditionellen Kesselfleisch-Essen gestärkt, für den Rosenmontag, so war der Fastnachtsdienstag eher ruhig und beschaulich, Allzu stark waren doch die Strapazen, die der Fasenacht gezollt werden müssen. Am Dienstag dann, wenn die Aktiven unter sich sind, macht sich Fasenachtsmüdigkeit breit. Robert Colling, die beste Ein-Mann-Band, konnte trotz alledem noch das eine oder andere Tanzbein zum Schwingen bringen Und, als ob es nicht närrisch genug gewesen wäre, finden sich doch prompt einige Büttenredner, die etwas zu sagen haben. Oder dies zumindest wollen.

Jutta Müller, die Pizzadesignerin, wollte von ihren Erfahrungen mit "Quellmännern" erzählen. Zwar wurde sie als Superhausfrau vorgestellt, doch entpuppte sie sich zu einer Kartoffelfetischistin. Ein gelungener Vortrag, der die verdeckten Talente in Jutta zeigte. Eine Schönheitsberaterin, alias Hardi Eder, sprach aus dem Nähkästchen. Interessant war, wem sie alles Tips und Tricks verriet. Glaubhaft war die "Rubensdame" allemal, da sie gerade die Schwächen der Elferräte genau kannte. Norbert Schulte zeigte einmal mehr, daß er der geborene Provokant in der Bütt ist. Es gelang ihm wieder, die Zuhörer sowohl zum vergnügten Schreien als auch zum Eierwerfen zu reizen. Dieser Mann kann einfach köstlich mit den Emotionen seines Auditoriums spielen. Toller Vortrag und ein toller Vortragsstil lassen den Beitrag unter die Kategorie fallen: nicht unnötig.

Prinzessin Doris und Prinz Axel genossen förmlich die letzten Stunden der Kampagne, zu sehr hatten sie sich an ihr Amt gewöhnt, als dass sie sich jetzt davon wieder trennen sollten. Ursula Wolff und Mechthild Fischer hielten die nächste Bütt. Dabei zogen die beiden alle Register ihres närrischen Könnens. Im Streitgespräch einer "Dünnen Dame" die Ursula glaubhaft darstellte, gegen eine füllige Zeitgenossin, die Mechthild mit einiger textiler Unterstützung verkörperte, ging es mehr als deftig zu. Kaum zu versöhnen waren die beiden Streithennen, was dem gelungenen Vortrag jedoch keinen Abbruch tat. Rakete und Tusch.

Die letzte Bütt der Kampagne war dem Protokoller vorbehalten. Wobei man jetzt anfügen muss, dass der Protokoller der KGR eine Protokoleuse ist. Yvonne Tüllmann konnte einiges aus der Vereinsgeschichte zum Besten geben, was besser jetzt nicht gedruckt wird. Deshalb wird dieser bericht nicht erwähnen, dass Stecher auf der Kaiserstraße betteln, oder dass Narren einen "Unnötichen Orden" verteilen oder dass Mitglieder des Männerballetts wegen übertriebenem Eifer beim Tanzen ins Krankenhaus mussten. Des Weiteren wurde gefachsimpelt, wie man es zu einem richtigen Aktiven bei der KGR schafft, Indem man die wichtigsten drei Veranstaltungen des Jahres besucht. All diese Dinge sollte man besser geheim halten, und deshalb finden sie keine Erwähnung. Wenn auch der Vortrag treffend und gekonnt war, wurde doch so mancher mit der Stecherlanze, zumindest verbal, getroffen.

Fastnachtverbrennung

Dem feuerroten Hohepriester war es vorbehalten die Kampagne zu beenden. Das Zeremoniell hat bei den Narren Tradition. Manfred Leingang schaffte es als Oberklageführer der vergangenen Kampagne nachzutrauem. Seine Messdiener Schorsch und Michel unterstützten ihn. Fürchterlich war das Wehgeschrei von Prinzessin Doris und Prinz Axel, jedoch alles half nichts, die Fasenacht musste weichen. Die Figur fiel den Flammen zum Opfer. Das Ende der Fasenacht war damit besiegelt. Hu hu hu!

Fasnacht Puppe