In fremde Galaxien entführte die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß "Die Stecher" Rülzheim das närrische Publikum getreu dem Motto "Karnevalistische Reise in die Zukunft" bei der Premierensitzung am Samstagabend im fast ausverkauften Rülzheimer Freizeithaus "Dampfnudel".

Nach der gemeinsamen Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Edi Harder und der 2. Vorsitzenden Ursula Wolff hieß das Prinzenpaar Klaus II. und seine Lieblichkeit Ute I. ihre Untertanen herzlich willkommen. Ein von Beginn an mit Witz und bester Laune aufwartender Sitzungspräsident Kurt Kupper kündigte als Auftakt die Bambini-Garde der KGR an. Wie kleine Wirbelwinde fegten ca. 50 Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren als grüne Marsmännchen, Zauberfeen und Elfen über die Bühne. Betreut wird dieser wilde Haufen von Trainerin Ursula Wolff und ihren Assistentinnen Andrea Eckel und Silvia Heberle. Zwei Karnevalskinder (Josephine Harder und Matthias Leingang) berichteten äußerst cool von ihrem Problemen mit ihren närrischen Vätern. Die Youngsters wird man in der Rülzheimer Fasenacht sicher wieder mal sehen.

Die Juniorengarde der KGR zeigte nach eifrigem Training der letzten Wochen einen gekonnten Gardetanz. Trainer Mario Krübel, sowie der Betreuerstab Sonja Stein, Silvia Heberle und Christiane Ecker haben ganze Arbeit geleistet. Die zwischenzeitlichen Schunkelrunden soll den Zuschauern die Möglichkeit geben sich etwas Bewegung zu verschaffen. Der Musikzug "Rote Husaren" der Freiwilligen Feuerwehr unter der Leitung von Ex-Prinz Henric Franck, unterstützt "Die Stecher" seit vielen Jahren in den Prunksitzungen. Die Pausen geben dem Musikern die Gelegenheit, sich in Gestalt von Hubert Kupper und Werner Nuber sich als tolle Klangkörper vor zu stellen.

Die Jugendgarde, trainiert von Silvia Schulte, zeigte den Schautanz "Donald Duck in Entenhausen". Die Stecher-Rede, vorgetragen vom 1. Vorsitzenden Edi Harder, den Kurt Kupper als "närrisches Multitalent" betitelte, war einmal eine politische Rede. Wie der Till in Mainz wird auch hier ein kritischer Ton angeschlagen. Dabei werden Welt-, Europa-, Deutsche-, und Lokale Themen angeschlagen. Logisch, dass auch Bürgermeister Karl Schwindhammer betroffen ist. Mit einer Gasteinlage, die Applaus auf offener Szene forderte, brillierte das Tanzpaar Claudia Wiedemann und Volker Zutavern. Nachdem sie etliche badische Meistertitel, Süddeutscher Meister und Deutsche Vizemeister belegt haben, wollen sie heuer ihre aktive Laufbahn beenden und zeigten nochmals, was in ihnen steckt. Spektakuläre Hebefiguren und auffällig akrobatisches wird mit tänzerischem Talent kombiniert. Yvonne Tüllmann und Mechthild Fischer sind inzwischen schon gute Bekannte der Rülzheimer Fasenacht. Bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt als "Vater und Tochter" bestachen sie durch simples Wortspiel. Das der etwas derbe Papa mit seinem Sprössling einige Probleme hat, konnten die beiden Vollblutfasenachter prächtig darstellen.

Einmal mehr war Tanzmariechen Saskia Gebauer eine Augenweide. Der Stern am Rülzheimer Narrenhimmel geht mit ihr auf. Nicole Moos fördert dieses Talent zu einem kleinen Star auf der Bühne. Die Bänkelsänger aus dem Vorjahr sind tot, es leben die "Stecher Krabbe". In ihren teilweise rockigen Songs, gaben sie sich selbst die Antwort . . . "denn soll die Fasenacht weitergehen, müssen ihr und wir zusammen stehen". Natürlich wurde bei dem Vortrag dieser Formation (Klaus und Yvonne Tüllmann, Judith und Manfred Leingang, Edi Harder, Musikern Alexandra Welke und Thorsten Tüllmann, Musikalischer Leiter Thomas Greiner) lokales nicht vergessen. Das  KGR Tanzpaar Benni Götz und Birgit Bodeanu, als frischgebackener 3. bei den Pfalzmeisterschaften in Bellheim, beendeten den 1. Teil. Beide tanzen erst 2 Jahre zusammen, und konnten sich für die Süddeutschen Meisterschaften qualifizieren.Tanzpaar

Den 2. Teil der Premierensitzung eröffnete eine große Abordnung des schon Jahre lang befreundeten Karnevalsverein Rot-Weiss "Gäseknie" Berg, wobei der Berger Sitzungspräsident Michael Fritz mit einer kurzen Rülzheimer Exkursion, die Stimmung gleich auf Touren brachte. Es folgte die Juniorengarde mit einem Rock´n Roll Schautanz. Unter bekannten Popmelodien aus 20 Jahren, zeigten die Mädchen und Jungs wie toll der alte Tanz noch jung ist.

Ein Zwiegespräch zwischen Richterin Kluggerecht (Anita Bahlinger) und dem "geistig gehandikapten" Angeklagten Willibald Käpsele (Vorjahrsprinz Thomas Kupper) entpuppte sich als absoluter Hammer. Beide zeigten einmal, dass sie aus einem anderen Genre, nämlich der Theaterkunst stammen. Diese Darbietung, als Sketch, der allerdings eindeutig zweideutig war, hatte die Lacher auf seiner Seite. Der klassische Gardetanz wurde von der "Stechergarde" vorgeführt. Dabei sind nicht nur Beinschwingen, sondern auch Spagat und Standspagat auch vieles mehr noch gefragt. Wiederum ist Nicole Moos unterstützt von Gabi Bullinger für diese Garde verantwortlich.

Das KGR-Frauenballett entführte ein eine transsilvanische Welt. Draculas Gespielinnen tanzten dazu ihren Reigen. Jutta Seelinger hatte ganze Arbeit geleistet, die blutrünstigen Damen zu einer ansprechenden Performance gefügt.Draculatanz

Die Gesangsgruppe "Die Phantastischen Vier" zeigten einmal mehr einen närrischen Leckerbissen. Dabei ging es um Fernsehen und Werbung, und was die Werbung aus dem Zuschauer macht. Die Parodien auf "Auf sieben Krücken muss ich geh´n", "Loss mei Knie, Sepp", "Ich eß Pizza und Calzone", "Ein Bett im Kornfeld" und "Tausend Mal probiert, Tausend Mal ist nichts passiert", brachte die "Dampfnudel" zum Kochen. Selbst die Zugabe als "Schottische Dudelsäcke" ließ die Stimmung nicht verebben. Die Köpfe der Gruppe Siegrid Götz und Thomas Greiner, Newcomer Norbert Schulte unter musikalischer Begleitung von Chrissie Leingang zeigten ein tollen Vortrag.

"Ein aktiver vom Karnevalsverein Die Lachkappe", zelebriert vom Star der Büttenrednern Günther Duddenhöffer setzte noch einen drauf. Seine Wortspiele und Bonmots, gepaart mit einer Gestik, die das närrische Publikum von den Sitzen reißt, sucht ihres gleichen. Das Motto seines Karnevalsvereins lautet "Machs wie die Mülltonne, schütt Dich zu und wirf Dich weg". Außerdem wird bei ihren Sitzungen "Topfgeld" verlangt, denn aufgrund der begrenzten Zuschauerkapazität wurde auf den Toiletten die Trennwände heraus gerissen, so dass man mit schunkeln kann". Der Zugmarschall ihres Rosenmontagszugs ist derjenige, "der in der Stammkneipe auf einen Zug das Bier weg trinkt".

Ein "Space-Dance" als optisches Schmankerl zeigte noch einmal die Mädchen der "Stechergarde", bereichert von Mario Krübel. Die Kostüme, wie alle des Abends, wurden von der Familie Carola Trapp angefertigt. Seit August wurden ca. 200 Kostüme mit Kopfbedeckungen angefertigt, und dies alles ehrenamtlich. Sitzungspräsident Kurt Kupper würdigte dies auch entsprechend.

Stechergarde

Die letzte Büttenrede des Abends war der 2. Vorsitzenden Ursula Wolff mit ihrer Partnerin Sonja Stein als "Die Zwillinge vom Gollenberghof" vorbehalten. Die beiden kantig, derben Mädchen zogen in ihren hübschen Kleidchen in naiver Vortragsform nochmals alle Register der Lachkunst. Sie sind zwei Rülzheimer Originale in der Bütt.

Vor dem Finale durfte das Männerballett mit einer "Reise durch die Galaxie", einstudiert von Nicole Moos, stramme Männerbeine zeigen. Zu bekannten Pop-Melodien wie "Macarena", "Coco Jamboo", "Fred vom Jupiter" und "Vamonos" hatten die Betreuerinnen Gabi Bullinger und Yvonne Tüllmann alle Hände voll zu tun, denn schließlich trägt jeder Herr binnen 15 Minuten 3 prächtige Kostüme. Eine tolle Show, ein schöner Schlusspunkt in einem farbenprächtigen Programm.

Jederzeit einen coolen Spruch unter einem heißen Schrei hatte Sitzungspräsident Kurt Kupper, der mit dem Publikum eine Rakete nach der anderen in der 6stündigen Sitzung startete. Er bedankte sich bei allen Akteuren vor und hinter der Bühne, und dem tollen Publikum.

So war von Müdigkeit weder beim Publikum noch bei den Akteuren keine Spur zu sehen, als beim großen Finale alle gemeinsam das "Rilzemer Dampfnudel-Lied" einstimmten.

Begleitet wurde diese mit schmissigen Rhythmen vom Musikzug "Rote Husaren" der Freiwilligen Feuerwehr Rülzheim unter der Leitung von Henric Franck. Ein besonderer Dank geht an den Bühnen- und Dekorationstrupp der KGR, den KGR-Technikern von Licht und Ton, die Alles gekonnt ins rechte Licht rückten und für optimalen Sound sorgten, sowie dem langjährigen KGR-Sponsor Fa. Schmuck-Müller Rülzheim.